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Herbst-Blues: Wie wir dem Dauer-Jetlag entkommen

 

Was ist mit der Verabredung zum Joggen nach der Arbeit? Viel zu müde. Ein After-Work-Drink mit den Kollegen? Nein, danke – bei diesem Schmuddelwetter. Komisch. Noch vor kurzem, in diesem sagenhaften Spätsommer, hat man es abends so oft geschafft, an den See zu radeln und dort eine Runde zu schwimmen. Tickt im Herbst unsere biologische Uhr anders, oder ticken wir nicht mehr richtig?

Herbst-Blues oder Winterdepri? Was hab ich nun?

Das ist wohl nicht meine Jahreszeit – der Herbst. Ich leide vermutlich am Herbst-Blues. Klingt auch nicht so dramatisch wie Winterdepression oder SAD (saisonal abhängige Depression). Oh, da finde ich in Google ja noch was Besseres: Wintermüdigkeit. Das ist es. Das klingt – ok, nachvollziehbar.

Viele Begriffe zu diesem Beschwerdebild haben sich mittlerweile etabliert. Die Symptome sind bei allen gleich: Gedrückte Stimmung, verminderte Leistungsfähigkeit, Reizbarkeit und Konzentrationsstörungen, ein erhöhtes Schlafbedürfnis mit Morgenmüdigkeit und Heißhungerattacken auf Süßes und Kohlenhydrathaltiges – die Antwort von 22 Prozent Österreicher auf die kältere Jahreszeit.
Was dem Hebst-Blues, dem November-Blues und der SAD aber noch gemein ist: die Ursache.

Macht Lichtmangel traurig?

Man braucht nicht Biochemie zu studieren, um zu wissen, dass uns Sonnenlicht irgendwie glücklich macht. Dämmert es jedoch, werden wir meist schläfrig und müde. Diese Abläufe werden mit unseren Nervenbotenstoffen in Verbindung gebracht. Im Herbst haben wir bekanntlich weniger Sonne und mehr Dunkelstunden. Die biochemische Ursache des Herbstblues liegt also an einem Ungleichgewicht unserer Gehirnbotenstoffe. Betroffenen fehlt häufig besonders im Herbst die Fähigkeit, bestimmte Nervenbotenstoffe, zum Beispiel das Glückshormon Serotonin, in ausreichender Menge auszubilden. Und wie kommt es dazu? Eben durch geringere Sonnenlicht-Impulse. Die Ausbildung unserer Glückshormone ist aber auch von bestimmten Mikronährstoffen abhängig. Fehlen uns diese, sind wir gereizt, müde und genervt.

Gute Laune statt Winterschlaf
Was raten nun Experten?

1. Stop Snoozing

Wer unter Wintermüdigkeit leidet, hat die Hand schnell auf der Snooze-Funktion, damit der Wecker in zehn Minuten nochmal klingelt. Das Snoozen reißt Sie so aber immer wieder aufs Neue aus dem Schlaf. Erholter sind Sie auch nach zehn Minuten nicht. Stellen Sie den Wecker lieber gleich etwas später, stehen dann aber wirklich auf.

2. Start Jogging

Wer antriebslos und müde ist, sollte nicht auf der Couch sitzen, sondern für Bewegung sorgen. Gehen Sie joggen, radeln oder schwimmen und vertreiben Sie so die müden Geister.

3. Surprise yourself

Moderne Neurologen raten melancholischen Menschen, neue Aktivitäten zu setzen, sich selbst zu „überraschen“. Warum? Weil eine Veränderung unserer Lebensgewohnheiten für uns einen Lernprozess darstellt. Und weil diese Lernprozesse die Ausschüttung sogenannter Lern-Hormone nach sich ziehen. Und diese Lern-Hormone sind identisch mit unseren Glücks-Hormonen Serotonin und Dopamin.

4. Fit knabbern

Nüsse, Sonnenblumenkerne und Getreidekeime haben etwas gemeinsam: L-Tryptophan. Das ist der Stoff, aus dem gute Laune entsteht. Nüsse, Vollkorngetreide, aber auch Kartoffeln, sind zudem reich an Magnesium und unterstützen Herz, Muskeln und Gehirn bei der Arbeit. Unser Körper wird nicht so schnell müde, die Ausdauer steigt.

5. B-Vitamin- und Zink-Rucksäcke auffüllen

Magnesium allein macht aber noch keinen Gaudimax aus uns. Denn unser Gehirn benötigt neben Magnesium alle B-Vitamine und Zink, um das L-Tryptophan zu Nervenbotenstoffen umwandeln zu können. Als besonders Vitamin B-reich gelten Getreidekeime (z.B. Weizen- oder Haferkeime), Vollkorngetreide, ungeschälter Reis, tierische Innereien (insbesondere Leber) sowie die südamerikanischen Pseudogetreide Quinoa und Amaranth. Der tägliche Zink-Bedarf lässt sich durch den Konsum von Getreidekeimen (Roggenkeimen, Weizenkeimen), Kalbsleber, Hühnereigelb, Kakao, Sonnenblumenkernen, Haferflocken oder Paranüssen decken.

Aufklärung entspannt: Allein zu wissen, dass unsere Lebensfreude nicht vom Tageslicht abhängt und wir selbst entscheiden, wie es uns geht, macht schon glücklich.