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Autor: Daniela Kulunschic

Autor: Ernährungsexperte Gerald Deuring
Lesezeit: ca. 5 min

Cholin – ein unterschätzter Nährstoff für Gehirn, Nerven und Zellmembranen

Cholin zählt zu den sogenannten vitaminähnlichen Substanzen. Früher wurde es sogar als Vitamin eingestuft. Heute weiß man, dass der menschliche Körper Cholin selbst herstellen kann – ähnlich wie Niacin aus der Aminosäure Tryptophan gebildet wird. Die körpereigene Produktion erfolgt aus der essenziellen Aminosäure Methionin. Dennoch bleibt Cholin ein wichtiger Nährstoff, da es zahlreiche Aufgaben im Organismus erfüllt.

Welche Funktionen hat Cholin im Körper?

Cholin ist an einer Vielzahl biologischer Prozesse beteiligt:

Bestandteil von Zellmembranen

Ein Großteil des Cholins liegt im Körper als Phosphatidylcholin vor, besser bekannt als Lecithin. Phosphatidylcholin ist ein zentraler Bestandteil aller Zellmembranen und trägt zu deren Struktur und Stabilität bei.

Vorstufe des Neurotransmitters Acetylcholin

Cholin wird für die Bildung von Acetylcholin benötigt. Dieser Botenstoff spielt eine wichtige Rolle bei der Signalübertragung zwischen Nervenzellen und ist unter anderem an Gedächtnis-, Lern- und Bewegungsprozessen beteiligt.

Methylgruppendonator

Darüber hinaus ist Cholin in Form von Betain am sogenannten Ein-Kohlenstoff-Stoffwechsel beteiligt und dient als Methylgruppendonator. Dieser Stoffwechselweg ist unter anderem für zahlreiche biochemische Reaktionen im Organismus relevant.

Cholin und die Gehirngesundheit

Besondere Aufmerksamkeit erhält Cholin im Zusammenhang mit der Gehirnfunktion und dem Alterungsprozess.

Eine Meta-Analyse von De Wilde und Kolleg:innen untersuchte die Nährstoffversorgung von Menschen mit Alzheimer-Krankheit. Im Vergleich zu gesunden älteren Personen wurden niedrigere Cholinspiegel sowohl im Blut als auch im Liquor (Gehirn- und Rückenmarksflüssigkeit) festgestellt. Darüber hinaus waren auch andere Nährstoffe wie Vitamin B12, Folsäure, Vitamin C, Vitamin D, Vitamin E, DHA, EPA und Selen vermindert.

Wichtig ist jedoch die Einordnung: Die Studie zeigt einen Zusammenhang zwischen niedrigeren Nährstoffspiegeln und Alzheimer, kann aber nicht belegen, dass die geringeren Werte die Ursache der Erkrankung sind. Die Autor:innen weisen ausdrücklich darauf hin, dass bislang nicht geklärt ist, ob eine Supplementierung die Nährstoffkonzentrationen im Gehirn erhöhen kann oder ob dies Auswirkungen auf den Krankheitsverlauf hätte.

Wie viel Cholin nehmen wir auf?

Walnüsse Foto

Cholin kommt natürlicherweise in vielen Lebensmitteln vor. Neuere Untersuchungen gehen davon aus, dass die tägliche Aufnahme bei etwa 300 mg liegt.

Interessant ist dabei, dass Lecithin häufig als Cholinquelle genannt wird. Allerdings besteht beispielsweise Sojalecithin nur zu rund 22 % aus Phosphatidylcholin. Der Begriff „Lecithin“ beschreibt nämlich meist ein Gemisch verschiedener Phospholipide und nicht ausschließlich die cholinhaltige Verbindung.

Welche Lebensmittel enthalten Cholin?

Zu den cholinreichen Lebensmitteln zählen unter anderem:

  • Eier
  • Leber und Innereien
  • Fleisch und Geflügel
  • Fisch
  • Milchprodukte
  • Hülsenfrüchte
  • Nüsse
  • Sojaprodukte

Insbesondere Eigelb gilt als eine der bekanntesten natürlichen Cholinquellen.

Ist Cholin ein essenzieller Nährstoff?

Obwohl die Cholinzufuhr teilweise niedriger ausfällt als früher angenommen, wird die körpereigene Synthese beim gesunden Menschen derzeit als ausreichend angesehen. Dies hängt auch mit der in westlichen Ländern üblichen proteinreichen Ernährung zusammen, die ausreichend Methionin für die körpereigene Bildung bereitstellt.

Dennoch bleibt Cholin ein faszinierender Nährstoff, da er sowohl für die Zellstruktur als auch für die Nervensignalübertragung und verschiedene Stoffwechselprozesse von Bedeutung ist.

Fazit

Cholin ist eine vitaminähnliche Substanz mit wichtigen Funktionen für Zellmembranen, Nervensystem und Stoffwechsel. Als Bestandteil von Phosphatidylcholin trägt es zur Struktur aller Körperzellen bei und dient gleichzeitig als Vorstufe des Neurotransmitters Acetylcholin. Obwohl der Körper Cholin selbst bilden kann, wird das Thema insbesondere im Zusammenhang mit Gehirn- und Gedächtnisfunktionen intensiv erforscht. Die aktuelle Studienlage zeigt interessante Zusammenhänge zwischen niedrigen Cholinspiegeln und neurodegenerativen Erkrankungen, lässt jedoch noch keine Rückschlüsse auf einen Nutzen einer gezielten Supplementierung zu.

Häufige Fragen zu Cholin

Ist Cholin ein Vitamin?

Cholin wurde früher den Vitaminen zugerechnet. Heute gilt es als vitaminähnliche Substanz, da der Körper Cholin selbst in begrenztem Umfang herstellen kann.

Kann der Körper Cholin selbst herstellen?

Ja, der menschliche Körper kann Cholin aus der essenziellen Aminosäure Methionin bilden. Die körpereigene Produktion deckt jedoch nicht immer die gesamte Zufuhr ab.

In welchen Lebensmitteln kommt Cholin vor?

Besonders viel Cholin steckt in Eiern, Leber, Fleisch, Fisch, Milchprodukten, Hülsenfrüchten, Nüssen und Sojaprodukten.

Welche Aufgaben hat Cholin im Körper?

Cholin ist Bestandteil von Zellmembranen, dient als Vorstufe des Neurotransmitters Acetylcholin und ist an verschiedenen Stoffwechselprozessen beteiligt.

Was ist Cholin?

Cholin ist eine vitaminähnliche Substanz, die der Körper in begrenztem Umfang selbst herstellen kann. Es erfüllt wichtige Funktionen für Zellmembranen, Nervensystem und Stoffwechsel.

Quellen

Biesalski H, Grimm P, Nowitzki-Grimm S. Vitaminähnliche Substanzen: Cholin und Inositol. In: Biesalski H, Grimm P, Nowitzki-Grimm S, Hrsg. Taschenatlas Ernährung. 8. vollständig überarbeitete Auflage. Stuttgart: Thieme; 2020.

De Wilde MC, Vellas B, Girault E, et al. Lower brain and blood nutrient status in AD: Results from meta-analyses. Alzheimers Dement (N Y). 2017;3:416–431. DOI: 10.1016/j.trci.2017.06.002.

Autor: Ernährungsexperte Gerald Deuring
Lesezeit: ca. 5 min

UC-II® – Der moderne Ansatz zur Unterstützung aktiver Gelenke

Unsere Gelenke leisten täglich Erstaunliches: Sie tragen uns durch Alltag, Sport, Beruf und Freizeit. Mit zunehmendem Alter, intensiver Belastung oder einseitigen Bewegungsmustern kann es jedoch sinnvoll sein, Gelenke und Knorpel gezielt mit ausgewählten Nährstoffen zu unterstützen. Neben klassischen Gelenkbausteinen rückt dabei zunehmend ein moderner Inhaltsstoff in den Fokus: UC-II®.

Was ist UC-II®?

UC-II® ist ein patentiertes, natives Typ-II-Kollagen aus Hühnerknorpel. Im Gegensatz zu hydrolysiertem Kollagen bleibt bei UC-II® die natürliche, dreidimensionale Struktur des Kollagens erhalten.

Typ-II-Kollagen ist ein natürlicher Bestandteil des Gelenkknorpels und kommt vor allem dort vor, wo Beweglichkeit und Belastbarkeit gefragt sind.

Was unterscheidet UC-II® von klassischem Kollagen?

Viele klassische Kollagenprodukte enthalten hydrolysiertes Kollagen. Dabei wird Kollagen in kleinere Peptide zerlegt. UC-II® verfolgt dagegen einen anderen Ansatz:

  • natives Typ-II-Kollagen mit erhaltener Struktur
  • bereits in geringer Tagesdosis einsetzbar
  • klinisch untersuchter Inhaltsstoff
  • moderne Ergänzung zu klassischen Gelenkbausteinen

Dadurch unterscheidet sich UC-II® deutlich von herkömmlichen Kollagenhydrolysaten.

Warum spielen Gelenke im Alltag eine so große Rolle?

Gelenke sind ständig Belastungen ausgesetzt – nicht nur im Sport. Auch langes Sitzen, Übergewicht, monotone Bewegungen oder zunehmendes Alter können Gelenke beanspruchen.

Besonders aktive Menschen möchten daher frühzeitig auf eine gezielte Versorgung achten.

Dazu gehören unter anderem:

  • regelmäßige Bewegung
  • muskelkräftigendes Training
  • ausgewogene Ernährung
  • ausreichende Versorgung mit relevanten Mikronährstoffen
Zwei Personen auf einem SUP paddeln über einen See

Welche Nährstoffe sind für Gelenke besonders relevant?

Neben speziellen Gelenkinhaltsstoffen spielen auch Vitamine und Mineralstoffe eine wichtige Rolle.

Folgende Mikronährstoffe werden häufig in modernen Gelenkformulierungen eingesetzt:

  • Vitamin C trägt zu einer normalen Kollagenbildung für eine normale Funktion der Knorpel bei.
  • Vitamin D trägt zur Erhaltung normaler Knochen bei.
  • Zink trägt zur Erhaltung normaler Knochen bei.
  • Mangan trägt zu einer normalen Bindegewebsbildung bei.
  • Kupfer trägt zur Erhaltung von normalem Bindegewebe bei.

Diese Kombination kann eine sinnvolle Ergänzung für Menschen sein, die ihre Gelenke im Alltag oder bei sportlicher Belastung gezielt unterstützen möchten.

Möchtest du mehr erfahren über Nährstoffe für Gelenke? Auf unserer Seite über Nahrungsergänzung für Gelenke findest du Informationen wie sie durch Sport, Ernährung und Vitamine unterstützt werden können.

UC-II® im wissenschaftlichen Fokus

UC-II® wurde in mehreren Studien untersucht – unter anderem bei körperlich aktiven Personen und im Zusammenhang mit Gelenkkomfort und Beweglichkeit.

Dabei wurde häufig eine Tagesdosis von 40 mg UC-II® verwendet.

Wichtiger Hinweis: Nahrungsergänzungsmittel ersetzen keine ausgewogene Ernährung und keine medizinische Behandlung. Aussagen zu UC-II® beziehen sich auf den Inhaltsstoff und erlauben keine krankheitsbezogenen Aussagen.

Für wen kann UC-II® interessant sein?

UC-II® wird häufig eingesetzt von:

  • sportlich aktiven Menschen
  • Personen mit hoher Gelenkbelastung im Alltag
  • Menschen ab mittlerem Alter
  • Personen, die ihre Beweglichkeit gezielt unterstützen möchten

Besonders sinnvoll wird UC-II® oft in Kombination mit einem aktiven Lebensstil, Bewegung und einer ausgewogenen Ernährung betrachtet.

Fazit: Moderner Gelenkansatz statt nur klassische Bausteine

Klassische Gelenkprodukte setzen häufig vor allem auf Gelenkbausteine wie Glucosamin, Chondroitin oder Kollagenhydrolysat. UC-II® ergänzt diesen Ansatz um ein natives Typ-II-Kollagen mit erhaltener Struktur und klinischer Studienbasis.

Damit steht UC-II® für einen modernen Ansatz zur Unterstützung aktiver Gelenke – besonders für Menschen, die langfristig in Bewegung bleiben möchten.

Quellen

  • Lugo JP et al. Undenatured type II collagen (UC-II®) for joint support: a randomized, double-blind, placebo-controlled study in healthy volunteers. J Int Soc Sports Nutr. 2013;10:48.
  • Schön C et al. Effects of UC-II® undenatured collagen supplementation on knee joint flexibility in healthy subjects: a multicenter, randomized, double-blind, placebo-controlled study. J Integr Complement Med. 2022.
  • Bagchi D et al. Oral administration of undenatured type II collagen for modulation of arthritic inflammatory diseases. Int Immunopharmacol. 2002.
  • EFSA Register of Nutrition and Health Claims.

 

Autor: Ernährungsexperte Gerald Deuring
Lesezeit: ca. 5 min

Wenn wir essen, denkt man zuerst an Nährstoffe wie Kohlenhydrate, Eiweiß oder Fett. Doch der Körper kann diese Stoffe nicht direkt aufnehmen. Bevor Nährstoffe ins Blut gelangen, muss unsere Nahrung zuerst in kleinste Bausteine zerlegt werden. Genau dabei helfen Verdauungsenzyme. Man kann sie sich wie kleine Werkzeuge vorstellen, die unsere Nahrung Schritt für Schritt zerlegen, damit der Körper sie verwerten kann.

Verdauung bedeutet: große Moleküle werden zu kleinen Bausteinen

Die Verdauung folgt immer demselben Prinzip: Große Nahrungsbestandteile → kleinere Teile → kleinste Bausteine
Erst diese kleinen Bausteine kann der Darm aufnehmen.
Nährstoff Wird zerlegt zu
Kohlenhydrate Einfachzucker (z.B. Glukose)
Eiweiß Aminosäuren
Fett Fettsäuren
Diese Stoffe gelangen anschließend über das Blut oder über die Lymphe in den Körper und stehen dort als Energie oder Baustoffe zur Verfügung.
Funktion unserer Verdauung: Ansicht der Verdauungsorgane

Die Verdauung beginnt schon im Mund

Verdauung startet früher als viele denken – nämlich beim Kauen. Der Speichel enthält ein Enzym namens Amylase, das bereits beginnt, Stärke aus Brot, Kartoffeln oder Getreide zu spalten. Deshalb ist gründliches Kauen wichtig: Je länger ein Bissen im Mund bleibt, desto länger können diese Enzyme arbeiten.

Der Magen bereitet die Eiweißverdauung vor

Im Magen wird die Nahrung weiter durchmischt und mit Magensaft vermengt. Die enthaltene Magensäure erfüllt mehrere Aufgaben:

  • sie tötet viele Keime ab
  • sie verändert die Struktur von Eiweißen
  • sie aktiviert das Enzym Pepsin

Pepsin beginnt damit, Eiweiß in kleinere Stücke zu zerlegen. Die vollständige Verdauung erfolgt jedoch erst im Dünndarm.

Möchtest du mehr über die Darmflora erfahren? In unserem Blog “Aufbau der Darmflora” findest du spannende Fakten.

Der Dünndarm: Hier passiert der größte Teil der Verdauung

Der wichtigste Abschnitt der Verdauung ist der Dünndarm. Hier gelangen Verdauungsenzyme aus der Bauchspeicheldrüse in den Darm. Diese Enzyme sind spezialisiert auf unterschiedliche Nährstoffe:

  • Amylase spaltet Kohlenhydrate
  • Proteasen spalten Eiweiß
  • Lipasen spalten Fett

Die endgültige Zerlegung erfolgt durch weitere Enzyme direkt an der Oberfläche der Darmzellen.

Zersetzung von Kohlenhydraten, Eiweiß und Fett

Wie Nährstoffe aufgenommen werden

Der Dünndarm besitzt eine enorme Oberfläche – etwa 200 Quadratmeter. Das ist möglich, weil seine Schleimhaut stark gefaltet ist und zusätzlich kleine Ausstülpungen besitzt, die sogenannten Darmzotten und Mikrovilli.

Hier werden die zerlegten Nährstoffe aufgenommen:

  • Zucker und Aminosäuren gelangen ins Blut
  • Fette werden über das Lymphsystem transportiert

Von dort aus werden die Nährstoffe im ganzen Körper verteilt.

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Pflanzliche Verdauungsenzyme: Papain & Bromelain

Neben den Enzymen unseres Körpers gibt es auch Enzyme aus Pflanzen, die Eiweiße spalten können.

Papain

Papain stammt aus der Papaya. Es kann Eiweiß in kleinere Bestandteile zerlegen und wird deshalb schon lange in der Ernährung und Lebensmittelverarbeitung genutzt.

Bromelain

Bromelain kommt in der Ananas vor und besitzt ebenfalls eiweißspaltende Eigenschaften.

Enzymmischungen wie DigeZyme®

In manchen Nahrungsergänzungsmitteln werden verschiedene Enzyme kombiniert, um unterschiedliche Nährstoffe abzudecken.

Ein Beispiel ist der Enzymkomplex DigeZyme®, der mehrere Enzyme enthält:

  • Amylase (für Kohlenhydrate)
  • Protease (für Eiweiß)
  • Lipase (für Fett)
  • Lactase (für Milchzucker)
  • Cellulase (für pflanzliche Fasern)

Solche Enzymkombinationen können verschiedene Schritte der Verdauung unterstützen.

Wenn die Verdauung besonders gefordert ist

Manchmal wird unsere Verdauung stärker beansprucht, zum Beispiel durch:

  • sehr große Mahlzeiten
  • fettreiche Speisen
  • hastiges Essen
  • unregelmäßige Essgewohnheiten

In solchen Situationen können sich manche Menschen nach dem Essen schwer oder aufgebläht fühlen.

Frau hält ihren Bauch nach einem deftigen Essen

Fazit zu Verdauungsenzymen

Verdauungsenzyme sind entscheidend dafür, dass unser Körper Nahrung verwerten kann. Sie zerlegen Kohlenhydrate, Eiweiß und Fette in kleine Bausteine, die im Darm aufgenommen werden können. Der Großteil dieser Prozesse findet im Dünndarm statt, wo Enzyme aus der Bauchspeicheldrüse und der Darmwand zusammenarbeiten. Neben körpereigenen Enzymen werden auch pflanzliche Enzyme wie Papain und Bromelain sowie Enzymkomplexe wie DigeZyme® eingesetzt. Am Ende folgt die Verdauung immer demselben Prinzip:
Aus einem großen Bissen Nahrung entstehen viele kleine Bausteine, die der Körper nutzen kann.

FAQs zu  Verdauungsenzymen

Was ist der Unterschied zwischen Verdauungsenzymen und Probiotika?

Verdauungsenzyme sind an der Aufspaltung der Nahrung beteiligt. Probiotika enthalten spezielle Mikroorganismen, die natürlicherweise im Darm vorkommen können und Teil der natürlichen Darmflora sind.

In welchen Lebensmitteln kommen natürliche Enzyme vor?

Natürliche Enzyme kommen unter anderem in bestimmten Obstsorten wie Ananas oder Papaya sowie in fermentierten Lebensmitteln vor.

Wann werden Verdauungsenzyme gebildet?

Verdauungsenzyme werden vom Körper unter anderem im Mund, Magen, in der Bauchspeicheldrüse und im Dünndarm gebildet. Sie unterstützen die Aufspaltung der Nahrung während der Verdauung.

Welche Arten von Verdauungsenzymen gibt es?

Zu den bekanntesten Verdauungsenzymen zählen Amylasen, Proteasen und Lipasen. Sie sind jeweils an der Aufspaltung bestimmter Nährstoffe beteiligt.

Was sind Verdauungsenzyme?

Verdauungsenzyme sind natürliche Eiweißstoffe, die an der Aufspaltung unserer Nahrung beteiligt sind. Sie helfen dabei, Kohlenhydrate, Eiweiß und Fett in kleinere Bestandteile zu zerlegen.

Quellen:

Arshad Z, Amid A, Yusof F, Jaswir I, Ahmad K. Papain: A plant enzyme with multiple industrial applications. Journal of Food Science. 2014.
Biesalski H, Grimm P, Nowitzki-Grimm S. Nahrungsaufnahme. In: Biesalski H, Grimm P, Nowitzki-Grimm S, Hrsg. Taschenatlas Ernährung. 8., vollständig überarbeitete Auflage. Stuttgart: Thieme; 2020.
Di Cagno R, Coda R, De Angelis M, Gobbetti M. Food digestion and enzymatic breakdown of nutrients. Food Research International. 2019.
Layer P, Keller J. Lipase supplementation therapy: Standards, alternatives and perspectives. Current Treatment Options in Gastroenterology. 2003.
Pavan R, Jain S, Shraddha, Kumar A. Properties and therapeutic application of bromelain. Biotechnology Research International. 2012.
Singh R, Sharma PK, Malviya R. Food digestion and nutrient absorption. Journal of Food Science and Technology. 2016.
Autor: Ernährungsexperte Gerald Deuring
Lesezeit: ca. 6 min

Milchsäurebakterien sind weit mehr als nur Helfer bei der Joghurtherstellung – sie sind die zentralen Akteure in unserem Darmmikrobiom. Während Milliarden von Mikroorganismen unseren Verdauungstrakt besiedeln, übernehmen Milchsäurebakterien wie Lactobacillus und Bifidobacterium entscheidende Aufgaben für unsere Verdauung, den Stoffwechsel und das Immunsystem. In diesem Artikel erfährst du, wie diese nützlichen Bakterien unser inneres Ökosystem im Gleichgewicht halten und warum sie für unsere Gesundheit wichtig sein können.

Das Darmmikrobiom: Lebensraum für Milchsäurebakterien

Der menschliche Körper ist Lebensraum für eine enorme Vielfalt an Mikroorganismen. Besonders dicht besiedelt ist der Verdauungstrakt: Milliarden von Bakterien leben im Darm und bilden zusammen das sogenannte Darmmikrobiom. Dieses komplexe Ökosystem beeinflusst zahlreiche Prozesse im Körper – von der Verdauung bis hin zu Stoffwechsel- und Immunreaktionen.
Schätzungen zufolge enthält der menschliche Körper ungefähr ähnlich viele bakterielle wie menschliche Zellen, wobei sich der Großteil der Mikroorganismen im Darm befindet1.

Innerhalb dieser mikrobiellen Gemeinschaft spielen Milchsäurebakterien eine wichtige Rolle.

Was zeichnet Milchsäurebakterien aus?

Milchsäurebakterien sind Mikroorganismen, die Kohlenhydrate über Fermentationsprozesse zu Milchsäure abbauen. Zu den wichtigsten Gattungen gehören:

  • Laktobazillen (Lactobacillus): Diese „Stäbchenbakterien“ sind die bekanntesten Milchsäurebildner und schützen vor allem die Schleimhäute.
  • Bifidobakterien (Bifidobacterium): Sie besiedeln primär den Dickdarm und unterstützen dort die Verdauung komplexer Fasern.
  • Laktokokken (Lactococcus): Diese kugelförmigen Bakterien sind essenziell für die Fermentation von Milchprodukten.
  • Streptokokken (Streptococcus): Bestimmte harmlose Arten dieser Gruppe sind wichtige Helfer bei der Joghurtherstellung.

Diese Bakterien kommen natürlicherweise im menschlichen Körper vor, insbesondere im Darm, in der Mundhöhle und auf Schleimhäuten. Gleichzeitig spielen sie eine wichtige Rolle bei der Herstellung fermentierter Lebensmittel.

Lebensmittel wie Joghurt, Kefir, Sauerkraut oder Kimchi entstehen durch mikrobielle Fermentation, bei der Milchsäurebakterien Zucker in Milchsäure umwandeln.

Kimchi in einem Einmachglas

Der Darm als mikrobielles Stoffwechselorgan

Das Darmmikrobiom wird heute zunehmend als eine Art metabolisches Organ betrachtet. Mikroorganismen im Darm besitzen eine enorme genetische Vielfalt und sind in der Lage, zahlreiche Stoffwechselprozesse durchzuführen, die der menschliche Körper alleine nicht leisten könnte2.

Ein zentraler Prozess ist die Fermentation von Ballaststoffen. Ballaststoffe werden im Dünndarm kaum verdaut und gelangen daher in den Dickdarm. Dort dienen sie als Substrat für Darmbakterien, die sie in verschiedene Stoffwechselprodukte umwandeln3. Diese mikrobiellen Fermentationsprozesse sind ein wesentlicher Bestandteil der Interaktion zwischen Ernährung, Mikrobiom und Stoffwechsel.

Fermentation und mikrobielle Metaboliten

Bei der Fermentation von Ballaststoffen entstehen verschiedene Metaboliten, darunter insbesondere kurzkettige Fettsäuren (Short-Chain Fatty Acids, SCFA):

  • Acetat
  • Propionat
  • Butyrat

Diese Stoffe zählen zu den wichtigsten mikrobiellen Metaboliten im Darm4.

SCFA entstehen durch das Zusammenspiel verschiedener Bakteriengruppen innerhalb der Darmmikrobiota. Während einige Mikroorganismen komplexe Kohlenhydrate abbauen, nutzen andere die entstehenden Zwischenprodukte weiter. Milchsäurebakterien sind Teil dieses mikrobiellen Netzwerks und tragen zur Bildung von Fermentationsprodukten bei.

Wie mikrobielle Metaboliten im Körper wirken

Die Bedeutung dieser mikrobiellen Stoffwechselprodukte geht weit über den Darm hinaus. SCFA können mit verschiedenen physiologischen Systemen des Körpers interagieren.

So wirken kurzkettige Fettsäuren unter anderem über spezifische Rezeptoren des Immunsystems und des Stoffwechsels5.

Forschungen zeigen, dass SCFA unter anderem mit folgenden Prozessen in Verbindung stehen:

  • Regulation der Darmbarriere
  • Modulation von Immunreaktionen
  • Einfluss auf Entzündungsprozesse
  • Beteiligung am Energiestoffwechsel6

Darüber hinaus können mikrobiell gebildete Metaboliten sogar systemische Effekte haben und mit Stoffwechselprozessen im gesamten Körper interagieren7.

Ballaststoffe als Nahrung für Darmbakterien

Diverses Obst und Gemüse sowie Haferflocken

Die Zusammensetzung der Darmmikrobiota wird stark durch die Ernährung beeinflusst. Besonders wichtig sind dabei Ballaststoffe, da sie wertvolle Energielieferanten für viele Darmbakterien darstellen.

Unterschiedliche Ballaststoffe können dabei unterschiedliche bakterielle Gruppen fördern3.

Ballaststoffreiche Lebensmittel sind beispielsweise:

  • Vollkornprodukte
  • Hülsenfrüchte
  • Obst
  • Gemüse

Eine ausreichende Zufuhr von Ballaststoffen steht daher in engem Zusammenhang mit der Aktivität der Darmmikrobiota und der Produktion mikrobieller Metaboliten8.

Postbiotika – Stoffwechselprodukte der Darmbakterien

Neben lebenden Mikroorganismen rücken zunehmend auch deren Stoffwechselprodukte in den Fokus der Forschung. Diese werden als Postbiotika bezeichnet.

Postbiotika umfassen eine Vielzahl mikrobieller Produkte, darunter:

  • bakterielle Metaboliten
  • Zellwandbestandteile
  • Peptide
  • Enzyme
  • kurzkettige Fettsäuren

Viele dieser Substanzen entstehen durch die Aktivität von Darmbakterien, darunter auch Milchsäurebakterien.

Im Gegensatz zu Probiotika enthalten Postbiotika keine lebenden Mikroorganismen, sondern nur deren biologische Produkte. Dadurch sind sie häufig stabiler gegenüber Lagerung, Sauerstoff oder Hitze. Aus diesem Grund werden Postbiotika zunehmend als mögliche Ergänzung oder Alternative zu probiotischen Ansätzen untersucht9.

Milchsäurebakterien im komplexen Mikrobiom-Netzwerk

Die Forschung zeigt heute deutlich, dass Milchsäurebakterien nicht isoliert wirken. Vielmehr sind sie Teil eines komplexen mikrobiellen Netzwerks, in dem verschiedene Bakterienarten miteinander interagieren und Stoffwechselprodukte austauschen.

Das Gleichgewicht dieser mikrobiellen Gemeinschaft wird als Eubiose bezeichnet. Gerät dieses Gleichgewicht aus der Balance, spricht man von Dysbiose, die mit verschiedenen Erkrankungen in Verbindung gebracht wird2.

Das Verständnis dieser mikrobiellen Wechselwirkungen ist ein zentrales Forschungsfeld der modernen Ernährungs- und Mikrobiomforschung.

Fazit zu Milchsäurebakterien

Milchsäurebakterien sind ein wichtiger Bestandteil des menschlichen Mikrobioms und spielen eine zentrale Rolle innerhalb des mikrobiellen Ökosystems des Darms. Durch ihre Fähigkeit zur Fermentation von Kohlenhydraten tragen sie zur Bildung verschiedener mikrobieller Metaboliten bei.

Besonders kurzkettige Fettsäuren stehen im Fokus aktueller Forschung, da sie eine Verbindung zwischen Ernährung, Darmmikrobiota und Stoffwechselprozessen darstellen.

Darüber hinaus rücken zunehmend auch die Stoffwechselprodukte dieser Mikroorganismen – die sogenannten Postbiotika – in den Mittelpunkt wissenschaftlicher Untersuchungen.

Häufige Fragen zu Milchsäurebakterien

Was sind Milchsäurebakterien?

Milchsäurebakterien sind eine Gruppe von Mikroorganismen, die Kohlenhydrate zu Milchsäure verstoffwechseln. Sie kommen natürlicherweise im Darm sowie in fermentierten Lebensmitteln vor und sind Teil des komplexen Mikrobioms.
Warum sind Milchsäurebakterien im Darm so wichtig?

Milchsäurebakterien im Darm sind Teil eines komplexen mikrobiellen Netzwerks. Sie sind in verschiedene Stoffwechselprozesse eingebunden und stehen in Wechselwirkung mit anderen Mikroorganismen sowie mit der Darmumgebung.
Welche Bedeutung haben Ballaststoffe für Milchsäurebakterien?

Ballaststoffe dienen bestimmten Darmbakterien als Nahrungsquelle. Durch deren Verwertung entstehen verschiedene Stoffwechselprodukte, die wiederum Teil der komplexen Prozesse im Darm sind.
Sind Laktobazillen Milchsäurebakterien?

Ja, Laktobazillen (Gattung Lactobacillus) sind die bekanntesten Vertreter der Milchsäurebakterien. Sie verdanken ihren Namen der Fähigkeit, durch Fermentation Kohlenhydrate in Milchsäure umzuwandeln.
Was sind Laktobazillen?

Laktobazillen sind eine Untergruppe der Milchsäurebakterien. Sie gehören zu den am besten untersuchten Bakterienstämmen und kommen sowohl im Darm als auch in fermentierten Lebensmitteln vor.
Was ist die Aufgabe der Laktobazillen im Körper?

Laktobazillen sind Teil des natürlichen Mikrobioms und stehen in enger Wechselwirkung mit ihrer Umgebung im Darm. Sie werden häufig im Zusammenhang mit einem ausgeglichenen mikrobiellen Milieu, der Darmbarriere und immunologischen Prozessen beschrieben.
Was ist der Unterschied zwischen Laktobazillen und Bifidobakterien?

Beide gehören zu den wichtigen Bewohnern des menschlichen Mikrobioms. Laktobazillen werden häufig mit dem Dünndarm in Verbindung gebracht, während Bifidobakterien vor allem im Dickdarm vorkommen. Zudem unterscheiden sie sich in ihren Stoffwechseleigenschaften und den gebildeten Metaboliten.
Was sind Postbiotika?

Postbiotika sind Stoffwechselprodukte, die von Mikroorganismen im Darm gebildet werden. Dazu zählen beispielsweise kurzkettige Fettsäuren, die im Rahmen mikrobieller Prozesse entstehen.
Was versteht man unter Probiotika mit Milchsäurebakterien?

Als Probiotika mit Milchsäurebakterien werden Zubereitungen bezeichnet, die ausgewählte lebende Mikroorganismen enthalten. Sie werden häufig im Zusammenhang mit der Darmflora und dem mikrobiellen Gleichgewicht thematisiert.

Quellen:

1. Barber, T. M., et al. (2020). The health benefits of dietary fibre. Nutrients. DOI: 10.3390/nu12103209 ↑ zurück

2. Gilbert, J. A., et al. (2018). Current understanding of the human microbiome. Nature Medicine. DOI: 10.1038/nm.4517 ↑ zurück

3. Louis, P., et al. (2021). Dietary fibre complexity and its influence on functional groups of the human gut microbiota. Proceedings of the Nutrition Society. DOI: 10.1017/S002966512100096X ↑ zurück

4. Fusco, W., et al. (2023). Short-chain fatty-acid-producing bacteria: Key components of the human gut microbiota. Nutrients. DOI: 10.3390/nu15092211 ↑ zurück

5. Kimura, I., et al. (2020). Free fatty acid receptors in health and disease. Physiological Reviews. DOI: 10.1152/physrev.00041.2018 ↑ zurück

6. Parada-Venegas, D., et al. (2019). Short-chain fatty acids (SCFAs)-mediated gut epithelial and immune regulation. Frontiers in Immunology. DOI: 10.3389/fimmu.2019.00277
Sukkar, A. H., Lettieri-Barbato, D., Aquilano, K., & Ciriolo, M. R. (2019). Regulation of energy expenditure and substrate oxidation by short-chain fatty acids. Journal of Endocrinology, 242(2), R1–R8. DOI: 10.1530/JOE-19-0124 ↑ zurück

7. Visconti, A., et al. (2019). Interplay between the human gut microbiome and host metabolism. Nature Communications. DOI: 10.1038/s41467-019-12476-z
Diener, C., et al. (2022). Genome-microbiome interplay provides insight into the determinants of the human blood metabolome. Nature Metabolism. DOI: 10.1038/s42255-022-00670-1 ↑ zurück

8. Barber, T. M., et al. (2020). The health benefits of dietary fibre. Nutrients. DOI: 10.3390/nu12103209 ↑ zurück

9. Markowiak, P., & Śliżewska, K. (2017). Effects of probiotics, prebiotics, and synbiotics on human health. Nutrients. DOI: 10.3390/nu9091021 ↑ zurück

Autor: Ernährungsexperte Gerald Deuring
Lesezeit: ca. 5 min

Trotz ausreichend Schlaf fehlt Energie, die Konzentration lässt nach und geistige Leistungsphasen werden kürzer. Häufig werden dafür Stress oder Schlafqualität verantwortlich gemacht. Eine zentrale Rolle spielt jedoch ein Faktor, der selten beachtet wird — die Energieproduktion in unseren Zellen.
Im Mittelpunkt dieses Prozesses steht ein körpereigenes Molekül: NADH.

Was ist NADH?

NADH (Nicotinamid-Adenin-Dinukleotid, reduzierte Form) ist die biologisch aktive Coenzymform von Niacin (Vitamin B3).

Der Körper bildet NADH selbst aus Niacin-Vorstufen, die über die Ernährung aufgenommen werden. Es kommt in allen Körperzellen vor und ist besonders relevant für Gewebe mit hohem Energiebedarf, etwa Gehirn, Nervensystem, Muskulatur und Herz.

Wichtig:
NADH ist kein Vitamin und kein Stimulans, sondern ein körpereigener Bestandteil des Zellstoffwechsels.

Grafik: NADH Prozess im Körper

Energie entsteht in den Mitochondrien

Nährstoffe liefern zunächst nur Bausteine. Die eigentliche Energiegewinnung erfolgt erst in den Mitochondrien, den „Kraftwerken“ der Zellen. Dort wird aus den Abbauprodukten der Nahrung ATP (Adenosintriphosphat) gebildet. ATP ist die unmittelbar verfügbare Energieform unseres Körpers und wird für nahezu alle biologischen Prozesse benötigt — von Muskelbewegungen bis zur Nervenleitung.

NADH übernimmt dabei eine zentrale biochemische Funktion:

Es wirkt als Elektronenträger in der mitochondrialen Atmungskette (oxidative Phosphorylierung) und ermöglicht so die Bildung von ATP.
(Pollak et al., 2014; StatPearls, 2024)

NAD⁺ und NADH – ein biologisches Energiesystem

Im Organismus existieren zwei Formen desselben Coenzyms:

  • NAD⁺ – oxidierte Form (nimmt Elektronen auf)
  • NADH – reduzierte, energiereiche Form (gibt Elektronen zur ATP-Bildung ab)

Dieses Redox-System ist eine Grundlage des gesamten Energiestoffwechsels und an zahlreichen Stoffwechselreaktionen beteiligt. (Pollak et al., 2014)

Mit zunehmendem Alter sinken die NAD⁺-Spiegel in Zellen und Geweben, was mit Veränderungen des Energiestoffwechsels in Verbindung gebracht wird. (Verdin, 2015)

2 Männer machen Boxsprünge

Warum Energie zuerst mental spürbar wird

Das Gehirn macht nur etwa 2 % des Körpergewichts aus, benötigt jedoch ungefähr 20 % der gesamten Energie des Körpers.
Daher reagieren besonders energieabhängige Prozesse sensibel auf Veränderungen der zellulären Energieverfügbarkeit.ATP wird unter anderem benötigt für:

  • neuronale Signalübertragung
  • Muskelkontraktion
  • Aufrechterhaltung zellulärer Funktionen
(Alberts et al., 2002)

Die Rolle von Niacin in der Ernährung

Der Körper stellt NADH aus Niacin (Vitamin B3) her. Eine ausreichende Versorgung mit Niacin ist daher Voraussetzung für die normale Funktion dieses Systems.

NADH selbst wird dabei nicht als Wirkstoff betrachtet, sondern als die aktive Coenzymform, in der Niacin im Zellstoffwechsel vorliegt.

Einordnung: NADH als Energieunterstützer

NADH wirkt nicht wie Koffein oder andere stimulierende Substanzen.
Während stimulierende Stoffe am Nervensystem ansetzen, beschreibt NADH einen Schritt davor — die biochemische Energiegewinnung auf Ebene der Zellen.
Eine ausgewogene Ernährung liefert die Grundlage für die Bildung des NAD⁺/NADH-Systems und unterstützt damit den normalen Energiestoffwechsel.

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  • NADH unterstützt die Bildung von ATP – der Hauptenergiequelle jeder Körperzelle
  • NADH ist eines der wichtigsten Moleküle für die Energieproduktion in unseren Zellen

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NADH Fazit

NADH ist ein natürlicher Bestandteil des menschlichen Stoffwechsels und spielt eine zentrale Rolle bei der zellulären Energieproduktion. Als aktive Form von Vitamin B3 ist es Teil jener Prozesse, mit denen der Körper aus Nährstoffen nutzbare Energie erzeugt. Damit rückt ein Aspekt stärker in den Fokus, der im Alltag oft unterschätzt wird: Nicht nur wie viel wir schlafen oder essen, sondern wie effizient unsere Zellen daraus Energie bereitstellen.

 

Häufige Fragen zu ÖKOPHARM® NADH Kapseln

Was ist NADH?
NADH (Nicotinamid-Adenin-Dinukleotid, reduzierte Form) ist die biologisch aktive Coenzymform von Niacin (Vitamin B3). Es kommt natürlicherweise in allen Körperzellen vor und ist ein zentraler Bestandteil des Zellstoffwechsels.
Welche Rolle spielt NADH im Körper?
NADH kommt natürlicherweise in allen Körperzellen vor und ist ein zentraler Bestandteil des Zellstoffwechsels. Da der Körper NADH aus Niacin-Vorstufen bildet, trägt eine ausreichende Versorgung mit Niacin zu einem normalen Energiestoffwechsel und zur Verringerung von Müdigkeit und Ermüdung bei.
Verändert sich der NADH-Spiegel im Alter?
Wissenschaftliche Untersuchungen deuten darauf hin, dass die NAD⁺-Spiegel in Zellen und Geweben mit zunehmendem Alter sinken können. Da dieses System die Grundlage des Energiestoffwechsels bildet, kann eine gezielte Zufuhr von Niacin sinnvoll sein, da dieses Vitamin zur Verringerung von Müdigkeit und Ermüdung sowie zu einem normalen Energiestoffwechsel beiträgt.
Wie kann NADH die Energiegewinnung in den Zellen unterstützen?
Die Energiegewinnung findet in den Mitochondrien, den „Kraftwerken“ der Zellen, statt. Dort fungiert NADH als wichtiger Elektronenträger in der sogenannten mitochondrialen Atmungskette. Dieser biochemische Prozess ermöglicht die Bildung von ATP (Adenosintriphosphat), der unmittelbar verfügbaren Energieform unseres Körpers. Niacin, als Basis für NADH, unterstützt hierbei die normale psychische Funktion und die Funktion des Nervensystems.
Ist NADH ein Stimulans wie Koffein?
Nein, NADH ist kein Stimulans. Während Substanzen wie Koffein anregend auf das Nervensystem wirken, ist NADH ein körpereigener Bestandteil der biochemischen Energiegewinnung auf Zellebene. Als aktive Form von Vitamin B3 trägt es auf natürliche Weise dazu bei, den Energiestoffwechsel aufrechtzuerhalten, ohne den Körper künstlich aufzuputschen.
Kann NADH für das Gehirn und die Konzentration wichtig sein?
Das Gehirn beansprucht etwa 20 % der gesamten Körperenergie, obwohl es nur 2 % des Körpergewichts ausmacht. Es reagiert daher besonders sensibel auf die zelluläre Energieverfügbarkeit. Da die Coenzymform von Niacin (NADH) essenziell für die ATP-Produktion ist, unterstützt eine gute Niacin-Versorgung die normale Funktion des Nervensystems und trägt zur normalen psychischen Funktion bei.

Literatur

Alberts, B., Johnson, A., Lewis, J., et al. (2002). Molecular Biology of the Cell (4th ed.). Garland Science. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/books/NBK21054/
Pollak, A. R., Niere, G., & Ziegler, M. (2014). NAD⁺/NADH and NADP(H) Redox Couples and Cellular Energy Metabolism. Antioxidants & Redox Signaling, 21(1), 38–53. https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC5737637/
StatPearls. (2024). Oxidative Phosphorylation. NCBI Bookshelf.
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/books/NBK553192/
Verdin, E. (2015). NAD⁺ in aging, metabolism, and neurodegeneration. Science, 350(6265), 1208–1213. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/26785480/

Der Begriff Mental Load beschreibt die unsichtbare Denkarbeit, die im Hintergrund des Alltags ständig mitläuft – von der Organisation des Haushalts bis zur Planung von Terminen. Viele Menschen, besonders Frauen, tragen diese Last überproportional oft.
Damit dieser mentale Druck nicht überhandnimmt, haben wir Tipps gesammelt, wie man Verantwortung fairer verteilt und Stress im Alltag besser im Griff behält.

Mental Load – warum vor allem Frauen betroffen sind

In Österreich übernehmen Frauen den Großteil der sogenannten „kognitiven Aufgaben“ rund um Familie und Haushalt.¹
Dazu zählen Tätigkeiten wie:

  • an Geburtstage denken
  • Geschenke besorgen
  • Wäsche- und Essensplanung
  • Terminorganisation
  • Überblick über Verpflichtungen der Kinder
Frau sitzt erschöpft auf einer couch

Alte Rollenbilder der Gesellschaft beeinflussen Mental Load

Obwohl viele Partnerschaften modern aufgestellt sind, wirken traditionelle Rollenbilder weiterhin nach. Nach der Geburt übernehmen häufig Frauen den Großteil der Care-Arbeit – verstärkt durch gesellschaftliche Erwartungen, ein erhöhtes Pflichtgefühl und den Wunsch, „alles richtig zu machen“.

Verstärkt wird das zusätzlich durch berufliche Erwartungen, und zwar in Richtung der Väter. Laut Statistik Austria arbeiten in Österreich 65,6 % der Frauen mit Kindern in Teilzeit. Bei Männern mit Kindern liegt die Teilzeitquote dagegen nur bei 7,7 %. Diese deutliche Schere zeigt, wie unterschiedlich die berufliche und familiäre Belastung verteilt ist – und welchen Einfluss das auf Mental Load haben kann.2

Laut der Statistik Austria verbringen Frauen im Schnitt 3 Stunden 7 Minuten pro Tag mit unbezahlter Haus- und Sorgearbeit, Männer dagegen nur 1 Stunde 54 Minuten.3 Fehlt die Anerkennung dieser Bemühungen, entsteht das Gefühl, für alles alleine verantwortlich zu sein. Das kann belastend sein und das Selbstwertgefühl beeinträchtigen.

Umso wichtiger ist es, Strategien zu entwickeln, die Mental Load zu teilen und Stress zu reduzieren.

Möchtest du Achtsamkeits-Rituale in euren Alltag einbauen? In unserem Blogartikel über Achtsamkeit im Familienalltag findest du Tipps für Ausgleich und Ruhe.

Tipps, um Mental Load zu reduzieren

Unsichtbare Arbeit sichtbar machen & Erwartungen klären

Der erste Schritt ist, Aufgaben bewusst zu machen:

  • Checklisten führen
  • Aufgaben sichtbar platzieren (z. B. auf dem Kühlschrank)
  • Erwartungshaltungen vorher besprechen

Wichtig ist dabei nicht nur was erledigt werden soll, sondern auch wie und bis wann. Beispiel: Welche Putzmittel werden verwendet? Was gehört in die 90-Grad-Wäsche? Solche Details helfen, Verantwortlichkeiten klar zu definieren.

Ein hilfreiches Mindset: „Anders ist nicht falsch.“ Wenn Aufgaben übergeben werden, muss man akzeptieren, dass sie vielleicht anders erledigt werden – aber trotzdem gut.

Verantwortung fair teilen – und auch abgeben können

Hier wird es schon etwas schwieriger, denn das eine ist die Aufgaben niederzuschreiben, etwas anderes ist es, wenn die Gewohnheit wieder zuschlägt und die Verantwortung abgeschoben wird. Oder abgenommen wird. Auch hier ist Kommunikation ein Schlüssel. Allen muss klar gemacht werden, dass in (Familien-) Teams die Verantwortung für große und kleine Aufgaben gleichberechtigt verteilt werden.

Ebenso wichtig: Aufgaben nicht ständig zu kontrollieren oder zu korrigieren.
Auch Kinder können Verantwortung übernehmen – z. B. Pflanzen gießen, Haustierpflege oder kleine fixe Aufgaben.

Pärchen arbeitet an einem Laptop

Regelmäßige Familien- oder Haushaltsbesprechungen

Ein fester, kurzer Austausch pro Woche kann viel bewegen:

  • Aufgaben neu verteilen
  • Erwartungen klären
  • Probleme ansprechen
  • Größere Projekte wie Urlaube gemeinsam planen

Regelmäßigkeit schafft Routine und entlastet das mentale System.

Strukturelle Veränderungen anstoßen

Für viele Familien in denen Männer nach der Karenz wieder Vollzeit in den Beruf zurückkehren und Frauen in Teilzeitbeschäftigung übergehen, bleibt es dann dabei. Häufig wirkt es festgefahren, vor allem wenn sich die Teilzeit schon Jahre hinzieht.

In Österreich existieren mehrere Programme und Initiativen, die darauf abzielen, Frauen beim Übergang von Teilzeit- in Vollzeitbeschäftigung zu unterstützen und Männer stärker in Care-Arbeit einzubinden:

  • WAFF Wien – „FRECH – Frauen ergreifen Chancen“
  • AMS-Förderungen für Wiedereinstieg & Qualifizierung
  • EU-Initiativen für Gleichstellung & Vereinbarkeit

Solche Maßnahmen können helfen, langfristig für mehr Balance zu sorgen. Wichtig ist, offen darüber zu sprechen und bewusst Chancen zu nutzen.

Mental Load Checkliste

Diese Checkliste kann dir helfen, einen ersten Eindruck davon zu bekommen, welche Aufgaben im Alltag “nebenbei” anfallen und wo vielleicht unbewusst viel Verantwortung getragen wird. Sie ersetzt jedoch keine professionelle Beratung. Wenn du merkst, dass dich Stress oder Erschöpfung dauerhaft begleiten, sprich am besten mit einer Ärztin oder einem Arzt und achte gut auf dich.

 

Fazit:

Mental Load betrifft uns alle, ob direkt oder indirekt und gemeinsam können wir etwas dagegen tun. Auch wenn die Tipps nicht sofort für alle klappen werden, so ist unerlässlich darüber zu sprechen und das Thema Mental Load ernst zu nehmen. Das Wichtigste ist, dass gemeinsam mehr bewirkt werden und es einen Weg aus der Mental Load Falle geben kann.

Mental Load Checkliste

1https://www.ams.at/arbeitsuchende/frauen/gender-care-gap

2Q: STATISTIK AUSTRIA, Mikrozensus-Arbeitskräfteerhebung 2024. Erstellt am 13.03.2025. – Nach internationalem Konzept (ILO). – Familienbegriff umfasst nur im selben Haushalt lebende Personen (Kernfamilienkonzept). – Teilzeit nach Selbstzuordnung. – Aktive Erwerbstätigenquote: Anteil der Erwerbstätigen (ohne Personen in Elternkarenz) an allen Personen der jeweiligen Gruppe. – Teilzeitquote: Anteil der Personen in Teilzeit (inkl. Personen in Elternkarenz) an allen Erwerbstätigen der jeweiligen Gruppe. (https://www.statistik.at/statistiken/arbeitsmarkt/erwerbstaetigkeit/familie-und-erwerbstaetigkeit)

3https://www.statistik.at/fileadmin/announcement/2023/12/20231218ZVE20212022EN.pdf

WAFF Wien – Programm „FRECH – Frauen ergreifen Chancen“ (https://www.waff.at/angebote/fuer-frauen/freche-frauen-ergreifen-chancen/)

AMS Österreich – Wiedereinstiegs- und Qualifizierungsförderungen (https://www.ams.at/arbeitsuchende/arbeitslos-was-tun/wiedereinstieg)

EU-Kommission – Gleichstellung & Vereinbarkeit von Beruf und Familie (https://commission.europa.eu/strategy-and-policy/policies/justice-and-fundamental-rights/gender-equality_en)